Samstag, 18. Januar 2020

Back 2 Life - Back 2 Reality

Wenn man nach einem Schicksalsschlag, der heftig und lange war, wieder zurück in den "normalen" Alltag kehrt...
... macht man einige Erfahrungen.
Ich erlebe das jetzt erneut. Das letzte mal, dass das Leben einen solchen Schwinger austeilt, wie in den drei zurück liegenden Jahren ... liegt sehr lange zurück.
Beim ersten mal sagte ein alter und sehr erfahrener Krankenpfleger über mich: "ich habe noch nie gesehen wie jemand so krank war - aber auch noch nie, wie jemand so schnell wieder gesund wird."
Beim zweiten mal, war eine Entscheidung den ganzen Mist im Krankenhaus und drumrum nicht mehr mitzuspielen lebensverändernd.
Der damalige Verdacht, dass die enorme Dauer der Gesundung und Rückkehr ins Leben von nichtmedizinischen sondern von rein sozialen und ökonomischen Faktoren ausserhalb meiner eigenen Möglichkeiten lag. Dieser Verdacht ist mittlerweile voll bestätigt.
Ohne jedwede Ressourcen und Unterstützung aus der sozialen Herkunft, Familie, Heimatort habe ich Schritt für Schritt ein kleines aber sehr glückliches Leben aufgebaut.
Die fehlenden Wohlstands- und Familien-Ressourcen der Menschen um mich herum, habe ich durch mehr Einsatz, mehr Anstrengungen kompensiert.
Wegen der gesetzlichen Lage, hat sich die berufliche Laufbahn nie gelohnt. Von einem Gehalt, von dem andere sich Häuser kaufen, habe ich meine Gesundheit selbstbestimmt finanziert, in meine Ausbildung und Bildung reinvestiert.
Ich habe die Erfahrung gemacht, wie viele Menschen es gibt, die noch nie eine existentielle Ausnahmesituation hatten oder die danach in Verbitterung und maßlosen Egoismus verfallen sind.
Es hat 15 Jahre gedauert von der Stunde Null bis zu einem kleinen, bescheidenen, normalen Leben. Es dauerte nur kurz fiel dann den geschriebenen und ungeschriebenen Gesetzen in diesem Land zum Opfer zusammen mit allen Versprechungen und Verheissungen, die diese Gesellschaft, die Kirchen, die Schulen, die Medien, die Arbeitgeber, nahestehende Menschen, sogar Ehe-/ Lebenspartner uns Menschen machten.
"Die von Freiheit träumen - sollten's feiern nicht versäumen, sollen tanzen - auch auf Gräbern - Freiheit ... ist die Einzige die fehlt."*
Ich habe in allen Jahrzehnten meines Lebens unter den enorm verletzenden Verhalten und Worten von Mitmenschen erheblich mehr gelitten als unter allen Schmerzen.
Im Moment erlebe ich eine Rückkehr aus der härtesten und grausamsten Situation meines Lebens.
Zurück in ein Leben nach dem Überleben.
So wie bei Tolkiens Frodo .... nach allem was er erlebte, kehrte er zurück ins Auenland. Niemanden dort interessierte, was er in der Welt erlebt hatte; bei den Elben, in Gondor aber auch in Mordor. Frodo war damit glücklich und zufrieden, aber eines blieb: von den Nazgul: die Narbe in der Seele, die niemals heilen wird.
*) MMWesternhagen 1987

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